Avia C-10 (S-99)

Bausatz: Revell (Bf 109 G-10)      Maßstab: 1:72

Die Teile dieses Bausatzes machen insgesamt einen guten Eindruck, feine Gravuren und wenig Grat.
Bei genauerem Hinsehen machen sich aber doch einige Fehler bemerkbar. Neben dem viel zu kleinen Propeller ist auch die Frontpartie nicht wirklich überzeugend gelungen. Hier habe ich mir mit Teilen aus einem Academy-Bausatz weitergeholfen.

Das Cockpit ist ganz brauchbar, wenn auch nicht wirklich originalgetreu. Die Kabinenhaube ist etwas schmaler als der Rumpf.
Der angegossene Kopfpanzer ist Müll, denn die Avia C-10 (wie auch die Bf 109 G-10) hatten einen gläsernen Kopfpanzer.
Überhaupt sind einige konstruktive Lösungen nicht so ganz nach meinem Geschmack. Die Auspuffkrümmer sollen von innen eingeklebt werden und ihre Abdeckbleche sind gleich am Rumpf angegossen, das erleichtert die Bemalung nicht unbedingt. Auch das ETC unter dem Tragflächenmittelstück wäre mir als Einzelteil lieber. Außerdem ist es zu klein und sitzt fälschlicherweise mittig. Dagegen wären die Fahrwerksbeulen auf den Flügeln wohl angegossen die einfachere Lösung.
Die Fahrwerksschächte sind nicht perfekt, aber besser als bei Hasegawa und Academy wiedergegeben. Allerdings sitzen auch hier die Fahrwerksanlenkungspunkte zu weit auseinander.
Die Bohrung für den Morane-Mast sitzt an der falschen Stelle und muß in das nächste Beplankungsfeld verlegt werden. An den Querrudern fehlen die Trimmkanten. Die Höhenflossen haben eine zu geringe Pfeilung, wodurch der Ruderspalt nicht rechtwinklig zur Längsachse verläuft.

Die Lackierung für meine Maschine der tschechoslowakischen Polizeifliegerkräfte erfolgte mit FS 16375 für die Oberseite, RLM 66 für die Unterseite und Rot FS 31350. So ganz sicher bin ich mir mit dieser Farbgebung nicht. Im Internet habe ich sowohl diese Farbgebung, als auch eine komplett rote Unterseite gefunden. Auf einem Foto in dem Buch “Ceskoslovenska Letadla (1945-1984)” von Vaclav Nemecek meine ich aber einen Farbunterschied zwische Unterseite und Flügelvorderkante zu erkennen, deshalb habe ich mich für die dunkelgrau/rote Variante entschieden.
Ursprünglich hatte ich mir für dieses Modell den Bogen 72102 von Propagteam besorgt. Bisher hatte ich immer eine gute Meinung über diese Firma, allerdings sind die Schiebebilder für die OK-BYE ein Fall für die Tonne. Die Kennung für die Tragfläche ist viel zu klein und außerdem verdruckt. Das Hoheitszeichen für das Leitwerk ist links seitenverkehrt, glücklicherweise aber für eine andere Maschine noch einmal richtig vorhanden. Die Kennung habe ich am Computer bearbeitet und ausdrucken lassen. Bei dieser Gelegenheit wurde aus BYE gleich noch BYH, denn für dieses Flugzeug hatte ich ein brauchbares Foto.

Wolfram Witschel

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